Das ASGO-Areal verfügt über grosses Potenzial für Photovoltaik, Lastmanagement und Energiespeicher. Die Analyse zeigt, wie Versorgungssicherheit, Resilienz und Dekarbonisierung mit abgestimmten Massnahmen und einem zentralen Energiemanagement verbessert werden können.
Die energetische Analyse des ASGO-Areals zeigt ein Industriegebiet mit grossem Handlungsbedarf, aber auch mit ausserordentlich hohem Potenzial. Auf dem Industriezentrum des Areals stehen rund 260 Gebäude, davon ein erheblicher Teil in Arbeitszonen, 75 %. Die Abschätzung weist auf einen hohen Wärmebedarf sowie auf eine starke Abhängigkeit von fossilen Energieträgern hin, insbesondere Gas und Heizöl.
Ein zentrales Ergebnis ist das grosse Solarpotenzial. Die nutzbaren Dachflächen summieren sich auf rund 905’000 m², und das technische PV-Ertragspotenzial wird auf etwa 150 GWh pro Jahr geschätzt. Bereits sind auf 28 Gebäuden PV-Anlagen mit insgesamt rund 10.6 MWp installiert, sodass weiterhin erhebliche Ausbaureserven bestehen. Besonders geeignet für den Ausbau sind Gebäude mit hohem Eigenverbrauchspotenzial, etwa Logistik-, Kühl- und Produktionsbetriebe.
Parallel dazu stellt die Elektrifizierung der Mobilität das Stromnetz vor neue Herausforderungen. Bereits die gleichzeitige Ladung von grossen E-LKW-Flotten kann zu hohen Lastspitzen führen, die ohne Steuerung einen Netzausbau erforderlich machen würden. Hinzu kommen 2 Verteilnetzbetreiber und SAK als Vorlieger im Perimeter, was eine Koordination nötig macht. Ohne koordinierte Massnahmen drohen Netzengpässe, Rückspeisespitzen aus PV-Anlagen und Risiken für die Versorgungssicherheit.
Als Lösungsansatz empfiehlt die Analyse ein kombiniertes Vorgehen mit einer optimalen Investitionsanalyse, um zu definieren, was beste Setting aus heutiger Sicht ist, vermutlich mit Batteriespeicher, Energiemanagementsystem, gesteuertem Laden, PV-Ausbau und langfristig auch ZEV-/LEG-Strukturen. Ein oder mehrere Batteriespeicher mit Energiemanagementsystem können Lastspitzen kappen, den Eigenverbrauch von Photovoltaik erhöhen und zusätzliche Erträge aus Regelenergie und Stromhandel ermöglichen. Ergänzend helfen thermische Speicher, Lastverschiebung und perspektivisch bidirektionales Laden (PKW und je nach Flottenmanagement evtl. auch LKW), die Flexibilität des Areals besser zu nutzen. Die nächsten Schritte wären beispielsweise in der Auswertung von 15-Minuten-Lastdaten, einer vertieften Simulation sowie der Abklärung von Netzanschlüssen, Bewilligungen und Geschäftsmodellen.
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Dr. Gian Carle
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