Ergebnisse der Firmen- und Grundeigentümer/innenbefragung

Im Rahmen der Entwicklungsplanung 2021-2023 für das Areal St.Gallen West – Gossau Ost (ASGO) wurde der Ist-Zustand im Perimeter mit heutigen Schwerpunktnutzungen, heute bekannten Nutzungsänderungen und Expansionsmöglichkeiten mittels einer Online-Umfrage erfasst. Als Zielgruppen wurden sowohl ansässige Unternehmen und Organisationen als auch Grundeigentümer/innen befragt. Insgesamt 251 Teilnehmende gaben ihre Bedürfnisse sowie Kennzahlen zu folgenden Themen ab:

  • Einstiegsfragen
  • Standortattraktivität ASGO-Areal
  • Anreiseweg & Mobilität
  • Sharing-Angebote
  • Nutzung & Entwicklungsabsichten
  • Aktuelle Herausforderungen
  • Digitale Transformation
  • Mitwirkungswünsche

Die Ergebnisse bilden eine wichtige Grundlage zur Erarbeitung der Nutzungsvision und der Entwicklung von Vertiefungsthemen. Nachfolgend werden einige zentrale Resultate erläutert:

Ergebnisse Unternehmen/Organisationen

Das allgemeine Befinden der im ASGO-Areal ansässigen Unternehmen und Organisationen wird als gut eingeschätzt. Das arithmetische Mittel beläuft sich auf 4.14 (von 5 möglichen Punkten), was als zufriedenstellend beurteilt werden kann. Neben dem allgemeinen Befinden wurden weitere Standortkriterien mittels einer Skala von 1 bis 5 bewertet. Die Tabelle zeigt die Zufriedenheitswerte im Überblick:

Die Tabelle veranschaulicht, dass vor allem die Anbindung an die Autobahn als zufriedenstellend erachtet wird. Auch die Distanz zu den Städten Gossau und St.Gallen scheint den befragten Unternehmen zuzusagen. Auf den unteren Rängen platziert sind die Verpflegungsmöglichkeiten sowie das Angebot an Fachkräften. Grundsätzlich kann festgehalten werden, dass alle Kriterien, welche einen Mittelwert von 4.00 oder höher aufweisen, als zufriedenstellend angesehen werden. Nebst dem Zufriedenheitswert lohnt es sich, in den Detailauswertungen einen Blick auf die Wichtigkeitseinstufung dieser Standortkriterien zu werfen, welche einen Vergleich zwischen diesen beiden Dimensionen ermöglicht.

Die vergleichsweise tiefe Bewertung bei den Verpflegungsmöglichkeiten schlägt sich in einer weiteren Frage nieder. 51% der Befragten sehen durch den Ausbau der «Kombination Versorgung und Freiraum» (z.B. Foodtruck mit Tischen unter Bäumen zum Mittagessen) das grösste Potenzial, um die Freiräume, Erholungs- und Verpflegungsmöglichkeiten im ASGO-Areal zu verbessern.

Als weiterer Themenbereich wurde das Mobilitätverhalten betrachtet. Die nachfolgende Tabelle zeigt, dass 41% der Mitarbeitenden über die Ost-Achse ins ASGO-Areal anreisen. Damit ist die Ost-Achse der meistgenutzte Anreiseweg. Sie gelangen aus dem Raum Bodensee, dem Rheintal oder dem Appenzeller Vorderland via Stadt St.Gallen ins ASGO-Areal. Am zweithäufigsten genutzt wird die West-Achse (28%). Hierunter ist die Anfahrt durch die Stadt Gossau, aus dem Raum Winterthur/Zürich oder aus der Region Flawil/Uzwil gemeint. Die Süd-Achse (14%) sowie die Nord-Achse (11%) machen dagegen einen kleineren Anteil aus. 6% der Mitarbeitenden reisen zudem direkt aus dem ASGO-Areal an.

Das präferierte Verkehrsmittel der Mitarbeitenden ist klar das motorisierte Individualfahrzeug (Auto, Motorrad), mit welchem rund 72% ins ASGO-Areal gelangen. Lediglich 18% aller Mitarbeitenden reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln an. Zu Fuss oder mit dem Velo/E-Bike/E-Scooter sind es rund 10%.

Die befragten Unternehmen und Organisationen konnten in der Umfrage sodann beurteilen, welche drei Massnahmen ihrer Ansicht nach die grösste Wirkung hätten, damit ihre Mitarbeitenden öfters mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen. Die meistgenannten Antworten waren schnellere Reisezeiten im ÖV (37%), tiefere ÖV-Preise (inkl. ÖV-Vergünstigungen für Mitarbeitende) mit 35% sowie die Erhöhung des ÖV-Takts (S-Bahn) zu den Stosszeiten (25%). Eine neue Busstreckenführung (5%) oder der Ausbau des Park&Ride Angebots an Bahnhöfen (9%) scheinen gemäss den Befragten hingegen keine primären Hebel für eine stärkere Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln darzustellen.

Neben der Mobilität wurden auch Sharing-Angebote im Rahmen der Befragung thematisiert. Sharing ist ein Sammelbegriff für Praktiken, die das Teilen von Gütern, Dienstleistungen oder Informationen erlauben. Die Unternehmen und Organisationen im ASGO-Areal gaben zu Protokoll, dass Sharing zum aktuellen Zeitpunkt nicht im grossen Stil praktiziert wird. Am ehesten werden Parkplätze oder Schulungs- und Sitzungsräume geteilt. Das grösste Interesse an zukünftigen Sharing-Angeboten besteht bei Fitnessangeboten (32%), bei der Kindertagesbetreuung (30%) und im Bereich Mensa (29%).

In Bezug auf die aktuellen Herausforderungen beschäftigt die Unternehmen und Organisationen im ASGO-Areal zurzeit vor allem die Corona-Pandemie. Obwohl diese aktuell als grösste Herausforderung angesehen wird, glauben lediglich 28% der befragten Unternehmen und Organisationen, dass der dadurch entstandene Home-Office Trend langfristige Veränderungen in Bezug auf ihre Nutzfläche mit sich bringt. Auffällig ist, dass neben der Pandemie auch der Mangel an qualifizierten Fachkräften als grosse Herausforderung angesehen wird. Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die meistgenannten Herausforderungen.

Die digitale Transformation wird ebenfalls als Herausforderung angesehen. Die konkreten Massnahmen, welche durch die Unternehmen und Organisationen geplant sind, um diesem Wandel zu gestalten, sind sehr individuell. Ein Kernanliegen der Befragten ist in diesem Zusammenhang die Sicherstellung einer sicheren, zuverlässigen und schnellen Internetverbindung.

Ergebnisse Grundeigentümer/innen

Im Rahmen der Befragung wurden auch die Grundeigentümer/innen zu ihren Bedürfnissen, Nutzungsverhalten und aktuellen Herausforderungen befragt. Unter anderem wurde evaluiert, wie die Fläche ihrer Parzelle aktuell genutzt wird. Im Durchschnitt wird knapp ein Viertel der Fläche für Gewerbe, Industrie oder Produktion (23%) verwendet. Durchschnittlich 17% werden für Büroflächen genutzt sowie 16% für Logistik, Lager, Spedition und Handel.

Des Weiteren wurden die Grundeigentümer/innen befragt, wie sich ihre Parzelle in Zukunft verändern könnte. Die nachfolgende Tabelle zeigt, ob und welche baulichen Veränderungen auf den Parzellen geplant sind. Ein Neubau kommt demnach für mehr als die Hälfte (63%) aktuell nicht in Frage. Eine Erweiterung im Sinne einer Aufstockung oder eines Anbaus wäre demgegenüber für fast die Hälfte (49%) vorstellbar bzw. ist in Einzelfällen bereits in Planung (4%).

Ausblick

Die Ergebnisse der Befragung werden in der Folge von einer Kerngruppe detailliert analysiert und in die zukünftige Nutzungsplanung des ASGO-Areals integriert. Die Resultate bilden eine wichtige Grundlage zur Erarbeitung der Nutzungsvision.